Tätigkeiten von Gesine Kröhnke

  • Drucken

Unsere Regisseurin Gesine Kröhnke und ihre Tätigkeiten für den Verein

gesine bei_jux_eroffnungGesine Kröhnke ist im Lengenfelder Theaterverein seit 2002 als Regisseurin tätig. In dieser Position übernimmt sie freiwillig und unentgeltlich unzählige Aufgaben. Wir sind ihr dafür sehr dankbar.

Einige wichtige Aufgaben möchten wir hier auflisten und näher darauf eingehen, weil wir glauben, dass dieser Themenbereich für unsere Besucher interessant ist.

Auswahl des Stücks

n einem Staatstheater bestimmt der Intendant, welches Stück aufgeführt wird. Oft wird der Regisseur erst danach engagiert. In einem kleinen Theater fallen die Aufgaben von Intendanz, Dramaturgie und Regie auf eine Person, in unserem Fall auf Gesine. Bei unserem Theater bestimmt ein Programmausschuss, zu dem auch die Regisseurin gehört, welches Stück als nächstes gespielt werden soll. Hierbei werden die Kosten, Aufführbarkeit, verfügbare und geeignete Schauspieler und Überlegungen einer möglichen Publikumswirksamkeit in Betracht gezogen.

Umarbeiten des Stücks

Das ausgewählte Stück muss für die Truppe eingerichtet werden. Besonders bei älteren Stücken bedeutet das zuerst, sie um mindestens ein Drittel zu kürzen, denn sie sind meist auf vier Stunden ausgelegt. Dabei ist nicht nur die Beibehaltung der Handlungsführung wichtig, sondern die Charaktere sind so anzulegen, dass sie Tiefe erhalten oder komisch wirken können. Die kleineren Rollen müssen auf wenige Personen zusammengezogen werden, um die Zahl der Spieler einerseits zu reduzieren, andererseits die Rollen größer zu machen, damit sich jeder Spieler entfalten kann. Einige Männerrollen müssen auf Frauenrollen umgeschrieben werden, soweit dies möglich ist. In der Zeit Shakespeares spielten überhaupt keine Frauen mit, selbst Julia wurde durch einen Mann dargestellt.

Für das Umarbeiten und Neuschreiben investiert Gesine einige Wochen.

Besetzung

Schon bei der Stückbearbeitung achtet Gesine auf die mögliche Besetzung. Nach der Vervielfältigung der Rollenbücher und dem Lesen werden die Spieler im Laientheater befragt, ob sie mit ihrer Rolle zufrieden sind. Im Profitheater wird den Spielern ihr Part natürlich vom Intendenten zugeteilt.

Bühnenbild

Schon beim Umschreiben des Stücks muss unsere Regisseurin eine Vorstellung haben, wie das Bühnenbild in etwa auszusehen hat. Die Auf- und Abgänge müssen bereits bei der ersten Probe gesichert sein.

Ein Stück mit nur einem Bühnenbild ist natürlich bequem und weniger kostspielig, aber für das Publikum weniger abwechslungsreich. Ein wechselndes Bühnenbild trägt zur Unterhaltung  bei, die Schauplätze erklären den Ort der Handlung ohne Worte und ermöglichen bei den Zuschauern das Gefühl, dass zwischen den Szenen Zeit vergangen ist.  Das bedeutet natürlich, dass häufig umgebaut werden muss. Diese Zeit muss überbrückt werden, damit das Publikum sich nicht langweilt oder anfängt, sich privat zu unterhalten, denn dann müsste die Atmosphäre der Handlung wieder neu hergestellt werden.

Wir benützen daher Musikeinlagen zur Überbrückung, Unterhaltung und Einleitung der nächsten Szene.

Das Bühnenbild selbst gestaltet im Profitheater ein Innenarchitekt, der das Metier zusätzlich studiert hat, in Zusammenarbeit mit dem Regisseur. Hierfür werden Modelle erstellt.

Als Regisseurin eines Laientheaters hat Gesine beim Bühnenaufbau mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Die Bühne ist im Vergleich zu einem Staatstheater natürlich sehr klein und es gibt kaum Zwischenlagerungsmöglichkeiten hinter der Bühne. Sie wird allerdings von ihrem Ensemble bei der Lösungsfindung tatkräftig unterstützt.

So haben wir zum Glück auch Erich Gruber, der die Bühne nicht nur mit Hilfe von einigen Schauspielern aufbaut, sondern auch Tischlerarbeiten erledigt, Fenster herstellt, Podien, Treppen oder Paravents errichtet. Für den „Talisman“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“ konnten wir einen Künstler gewinnen, der uns das Bühnenbild durch Malerei verschönte. Die benötigten Möbel werden aus Privatbeständen der Spieler und ihrer Freunde besorgt, gelegentlich hilft uns auch der Kunsttischler Ernst Meier aus der Patsche.

Musikauswahl

Gesine Kröhnke nimmt als Regisseurin auch die Musikauswahl vor. Sie schlägt im Einvernehmen mit einem Klavierspieler und den Sängern die Lieder vor und erarbeitet dann gemeinsam mit ihnen die Choreographie dazu.

Stellproben

Es gibt Regisseure, die von ihren Schauspielern verlangen, schon in der ersten Probe mit gelerntem Text zu erscheinen. Das hat den Nachteil, dass sich die Darsteller bereits Dinge angewöhnt haben, die dem Regisseur nicht ins Konzept passen. Außerdem können sich die Spieler durch die Stellproben den Text besser merken, wenn sie wissen, wo sie sich auf der Bühne befinden, wenn sie einen bestimmten Text zu sprechen haben.

Gesine achtet bei den Stellproben darauf, dass sich jeweils der wichtige Sprecher in einer besonderen Position befindet, auf die sich die reagierenden Mitspieler dann ausrichten. Natürlich soll niemand verdeckt werden. Aber auch die geometrische Konstellation der Darsteller ist wichtig. Jeder Position kommt eine bestimme Aussage zu. Außerdem wirkt es langweilig, wenn die Spieler wie auf einer Perlenkette aufgereiht nebeneinander stehen. Sie in Dreiecken, Halbkreisen oder Diagonalen zu gruppieren, schafft eine interessantere und natürlichere Bildkomposition.

Dialogregie

Wenn die einzelnen Schauspieler wissen, wo sie auftreten und abgehen, stehen und sich bewegen, beherrschen sie ihren Text bereits so gut, dass sie auch ihr Mienenspiel und ihre Körpersprache auf das Geschehen einstellen können. Hierbei werden sie von unserer Regisseurin Gesine genau beobachtet und verbessert, solange bis sie der Meinung ist, dass alles stimmt.

Requisiten und Kleidung

Die Regisseurin Gesine legt bei uns fest, in welcher Zeit das Stück spielt. Danach richten sich auch die Wahl der Kostüme, der Stil der Möbel und die übrigen verwendeten Requisiten.

In früherer Zeit wurde nicht so historisch gedacht wie in unserer. Wenn man die Mariendarstellungen der Niederländer betrachtet, so fällt auf, dass sie das Interieur ihrer eigenen Zeit entsprechend abgebildet haben.

Wir haben uns entschieden, möglichst zeitgenössische Gewänder zu verwenden, die der spärlichen Ausstattung der Bühne einen farbenfrohen Akzent geben und dem Publikum klar machen, in welcher Zeit und in welcher Gesellschaft die Handlung spielt.

Licht und Ton 

Gesine spricht sich mit Stephan bezüglich der gewünschten Beleuchtung ab. Stephan versucht mit der vorhandenen lichttechnischen Ausrüstung das Bestmögliche umzusetzen. Nach den Aufbauarbeiten setzen sich Gesine und Stephan, der das Lichtpult bedient, zusammen und klären gemeinsam die Details über die Beleuchtungseinstellungen der einzelnen Szenen ab. Gesine legt fest, wo sie mehr und wo sie weniger Licht haben will, wo welche Stimmung erzeugt werden soll, und wo auch in eigentlich dunklen Szenen heller zu beleuchten sei, damit das Publikum nicht wegen einer längeren lichtarmen Phase ermüdet.

Gesine macht sich auch Gedanken darüber, welche Geräusche an welchen Stellen im Stück  Illusionen hervorrufen können. Stephan versucht diese Geräusche in digitaler Form zu beschaffen. Diese werden nach ihren Vorstellungen aufbereitet. Gesine überlegt sich ganz genau, wann welches Geräusch kommen soll und spricht es mit Stephan ab.

Stephan achtet besonders während den Aufführungen darauf, dass das Licht, der Ton und die Geräusche optimal an die jeweilige Situation angepasst sind, wobei er stets versucht, die Absprachen mit Gesine auch mit ungeplant auftretenden Gegebenheiten in Einklang zu bringen.

Programm, Eintrittskarten, Plakate, Werbung

Im Profitheater werden die Werbung, die Gestaltung der Programme und Plakate von Dramaturgen hergestellt.

Auch darum hatte sich dankenswerter Weise unsere Gesine jahrelang freiwillig fast ausschließlich allein gekümmert.

Nun übernimmt Gusti Beck gemeinsam mit dem seit 2010 bestehenden Werbeausschuss viele dieser Tätigkeiten.

Für die Erstellung der Plakate kam uns der Künstler Sven de Hooge, ein guter Freund von Gesine, zu Hilfe und in diesem Jahr ihr Kollege Walter Reichel.

Unser Fazit

In Abwandlung von Karl Valentin kann man sagen: Theater ist schön, macht aber viel Arbeit.

Wir danken unserer lieben Gesine für ihren großartigen Einsatz im Verein.

Links

Werbeausschuss

Walter Reichel

Sven de Hooge